Hannemann, geh du voran!


Hannemann, geh du voran!
Hannemann, geh du voran!
 
Diesen zur Redensart gewordenen Ausruf verwendet man, wenn jemand bei der Erledigung einer unangenehmen Sache einen andern vorschickt, wenn sich jemand also unangenehmen Dingen gerne entzieht, sie andern überlässt. Der Ausdruck stammt aus dem in verschiedenen Fassungen existierenden Volksmärchen »Die sieben Schwaben«, das auch die Brüder Grimm in ihre Sammlung aufgenommen haben. Bei ihnen lautet die entsprechende Stelle etwas anders, nämlich: »Gang, Veitli, gang, gang du voran,/i will dahinte vor dir stahn.« Geläufiger aber ist diese Stelle in folgendem Wortlaut: »Hannemann, geh du voran!/Du hast die größten Stiefel an,/dass dich das Tier nicht beißen kann.« Bei dem Namen »Hannemann« handelt es sich um eine landschaftliche Koseform von »Johannes«. In dem Märchen wird erzählt, wie sieben Schwaben mit einem Spieß gemeinsam einen vermeintlichen Drachen erlegen wollen, der in Wirklichkeit ein Hase ist.

Universal-Lexikon. 2012.